Dritter Stadtspaziergang zu Kooperativen Quartiersentwicklungen in Kreuzberg (BEHALA + Spreeuferweg)

Treffpunkt: Schillingbrücke am BEHALA - Areal

Einladung

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg lädt herzlich zum dritten Stadtspaziergang mit dem Schwerpunkt kooperative Quartiersentwicklungen ein. Im Rahmen der Veranstaltung werden drei benachbarte Entwicklungsgebiete entlang der Köpenicker Straße von Bezirksstadtrat Florian Schmidt und Vertreter:innen des Stadtplanungsamtes sowie beteiligter Vorhabenträger:innen vorgestellt. Entstehen sollen hier mehr als 1.000 Wohnungen, wohnungsnahe Gewerbeflächen und soziale Infrastruktur. Übergeordnet wird auch ein Blick auf die Umsetzung des Spreeuferweges gelegt und verdeutlicht, welche städtebauliche Qualität damit einhergeht.

Die Projekte werden durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (= BEHALA) sowie private Bauherr:innen realisiert.

Mit dem Stadtspaziergang wird ein Einblick in die aktuellen Prozesse einer kooperativen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung gegeben. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Lebensqualität im Bezirk durch neue soziale Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Nachbarschaften zu stärken.

Wann? Donnerstag 11. Juni 2026, 16 bis 18 Uhr
Wo? Treffpunkt: Schillingbrücke am BEHALA - Areal

Ablauf und Stationen:

Station 1 – Quartiersentwicklung entlang der Spree zwischen Schilling- und Oberbaumbrücke in Kreuzberg (16 Uhr)

Das Spreeufer auf der Kreuzberger Seite befindet sich vielerorts noch im Dornröschenschlaf früherer Westberliner Industriezeiten. Prägend sind historische Speichergebäude, ehemalige Fabriken sowie Lagerhallen und Gewerbeflächen. Im Gegensatz dazu wurde die Friedrichshainer Spreeseite nach der Wende mit neuen Wohn- und Bürogebäuden sowie großzügigen Grünflächen entlang des Ufers entwickelt.

Nun soll auch auf Kreuzberger Seite ein lebendiges neues Quartier entstehen. Geplant sind rund 1.430 Mietwohnungen, etwa 53.000 Quadratmeter Gewerbefläche sowie neue soziale Infrastruktur wie Kita- und Schulstandorte. Ergänzt wird das Vorhaben durch einen öffentlichen Grünstreifen am Spreeufer und neue Wegeverbindungen von der Köpenicker Straße bis ans Wasser. Der Spreeuferweg soll westlich der Schillingbrücke bis in den Bezirk Mitte fortgeführt werden – mit dem Ziel, künftig eine durchgehende Verbindung bis zur Inselbrücke an der Fischerinsel zu schaffen.

Station 2 – Quartiersentwicklung auf dem ehemaligen BEHALA - Areal mit den Vorhabenträgern WBM und BEHALA

Treff- und Startpunkt 16:45 Uhr

Die Geschichte des Areals an der Köpenicker Straße reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück: Um 1870 entstanden dort die Speichergebäude der Viktoria-Speicher Aktiengesellschaft. Ab 1905 wurden die Speicher zu Stallungen und Garagen für ein Omnibusdepot mit über 500 Pferden umgebaut, bevor 1910/11 der heutige Viktoriaspeicher entstand. Die BEHALA erwarb das Gelände ab 1928 schrittweise u.a. 1958 für den vom Urbanhafen verlagerten Kohlegroßhandel.

Nach der Stilllegung der gegenüberliegenden Galvaniktfabrik Otek im Jahr 2024 soll das Gebiet nun zu einem modernen Mischquartier für Wohnen und Arbeiten entwickelt werden. Dafür haben die BEHALA und die WBM Wohnungsbaugesellschaft Mitte ein Joint Venture gegründet. Geplant sind rund 1.000 Wohnungen, 40.000 Quadratmeter Gewerbefläche, eine Kita beziehungsweise Schule sowie ein öffentlicher Grünstreifen.

Station 3 – Entwicklung des Uferweges entlang der Spree zwischen Schilling- und Oberbaumbrücke in Kreuzberg

Treff- und Startpunkt 17:20 Uhr

Auf beiden Grundstücken links der Brommybrücke befinden sich denkmalgeschützte Gesamtanlagen mit historischen Gebäuden.

Auf dem Grundstück Nr. 20 steht die ehemalige Velvetfabrik mit Comptoir-Gebäude aus dem Jahr 1868. Nach einem Brand erfolgte der Wiederaufbau mit einer Erweiterung in Richtung Spree für Färberei, Appretur und Trockenboden. 1883 wurde zudem an der Grundstücksgrenze eine weitere Fabrikanlage für Schererei, Bürsterei und Stopferei errichtet.

Das Grundstück Nr. 16–17 umfasst die ehemalige Heeresbäckerei mit Magazin- und Wirtschaftsgebäuden, zwei Beamtenhäusern sowie einer früheren Mühle, errichtet um 1890. 1937 übernahm die BEHALA das Gelände und errichtete den Viktoriaspeicher II. Zwischen etwa 1961 und 1990 wurde das Areal als Senatsreserve genutzt.

Heute werden beide Grundstücke als Event-Locations sowie durch Büro- und Handelsnutzungen genutzt. Im Rahmen der aktuellen Bebauungsplanung ist entlang der Spree ein fünf Meter breiter Streifen mit einem Gehrecht zugunsten der Allgemeinheit vorgesehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, beide Grundstücke durch ergänzende Wohn- und Gewerbebauten nachzuverdichten.

Auf beiden Grundstücken rechts der Brommybrücke befanden sich von 1820 bis 1919 die Kasernen des Garde-Pionier-Bataillons. In der Mitte der Spree bestand zudem von 1817 bis 1933 eine Militärschwimmanstalt, die zeitweise auch der Bevölkerung zugänglich war.

Die Grundstücke liegen derzeit brach und werden aktuell überwiegend als Parkplatzflächen genutzt. Hintergrund sind der Wegzug der Umzugsfirma Zapf im Jahr 2025 vom Grundstück Nr. 14 sowie der Brand eines Discounters auf den Flächen Nr. 11–12 im Jahr 2014.

Für beide Areale bestehen Bebauungsplanungen für eine künftige Nutzung mit Wohnen und Gewerbe. Vorgesehen ist zudem ein rund 20 Meter breiter öffentlicher Grünstreifen entlang der Spree. Eine bauliche Entwicklung könnte in Kürze erfolgen.

Weitere Informationen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bei Fragen bitte melden bei: Bauhütte Kreuzberg e.V.
Email: kontakt@xhain-beteiligt

  • Behala
  • Spreeuferweg
  • Köpenicker Straße